Blog post

Ratschläge eines Profis

Selten bietet sich die Chance, einmal Tipps von einem echten Profi zu bekommen. Für unsere Querdenker-Redakteure war es vergangenen Donnerstag so weit: Mit Lea Mock hatten wir einen Gast an unserer Schule, der sowohl die Seite des Journalisten, als auch die eines Pressesprechers bestens kennt. In einer spannenden Gesprächsrunde berichtete die stellvertretende sächsische Regierungssprecherin nicht nur von ihrem Leben, sondern hatte auch einige Ratschläge für angehende Journalisten parat.

Magdalena Ermlich, Projektleiterin beim Bildungswerk Sachsen der Deutschen Gesellschaft e. V., welches unsere Schülerzeitung seit ein paar Jahren unterstützt, hatte uns freundlicherweise dieses Treffen mit Lea Mock arrangiert – und somit auch die spannende Gelegenheit, mit jemandem zu sprechen, der von Journalismus viel Ahnung und vor allem viel Erfahrung hat.

Viel Erfahrung im Gepäck

Der vertraute Raum A308 unserer Schule wurde schnell zum Forum für Gespräche über Dinge, dievon viel größeren Räumen erzählten; eine spannende Biografie samt Studium in Leipzig, Teilnahme an den Montagsdemonstrationen, Arbeit bei Lokalzeitungen so wie einer Stelle als Unternehmenssprecherin der Leipziger Messe und später als Sprecherin des Wirtschaftsministeriums Sachsen hatte Mock definitiv im Gepäck. Von diesem Leben erzählte sie uns, jedoch nicht vortragsartig und eintönig, sondern untermalt von ein paar Anekdoten und immer darauf bedacht, das Erzählte anschaulich und somit verständlich auch für Außenstehende zu machen. Fragen durften gestellt werden und wurden auch – entgegen dem Vorurteil, das der ein oder andere ihrem Beruf als stellvertretende Regierungssprecherin gegenüber vielleicht haben mag – offen, ehrlich und ohne Ausweichen beantwortet.

Hauptthema der Fragen und des ganzen Treffens war natürlich ihre Arbeit als ehemalige Journalistin und jetzt stellvertretende Regierungssprecherin. Wie sieht denn da so der Alltag aus? Was sind die häufigsten Aufgaben? Die Antwort ist nicht so einfach zu formulieren. Ihre Arbeit sei abwechslungsreich und nie langweilig, sagte Mock, mehr als das sogar, viele Dinge passierten sehr kurzfristig und ihr Alltag sei geprägt von Planänderungen, die dann auch schnell organisiert werden müssen. Einer ihrer Aufgaben besteht in der Kommunikationskoordinierung zwischen den Koalitionspartnern CDU und SPD, aber auch zwischen den Ministerien. Sie sei so etwas wie ein Vermittler, sagt Mock und setzt fort, Vermittler von dem, was in der Regierung geschieht, was wir machen und wie die Öffentlichkeit es wahrnehmen könne. Zugleich sei sie auch jemand, der dazu beitrage, dass innerhalb der Staatskanzlei und zwischen den neun Ministerien die Kontakte gepflegt werden und man sich in der Regierungsarbeit abstimmt, über das, was man in die Öffentlichkeit trägt. Recherche sei jedoch noch immer ein essentieller Teil ihrer Arbeit, schließlich muss sie erst einmal genauestens in Erfahrung bringen, was sie denn berichten soll.

Bleibt neugierig, mischt euch ein!

Auch ein wenig Journalistenjargon brachte Lea Mock uns bei: sagt jemand in ihrem Berufsumfeld »unter drei«, so meint er, dass über das soeben Besprochene nicht berichtet werden soll. Das galt bei für ein paar persönlichere Geschichten, die unsere Gesprächsrunde noch zusätzlich aufwerteten. Eine solche ist zum Beispiel eine Schilderung von Mocks ganz persönlicher Herangehensweise an einen zu schreibenden Artikel – der ein oder andere hilfreiche Tipp für unsere Querdenker-Redakteure und auch die anderen Schüler unserer Schule, welche die Veranstaltung besuchten, war sicherlich dabei.

Gegen Ende des Gesprächs wurden noch Themen wie Twitter-(über?)aktive Politiker, Kohleausstieg und Fridays for Future diskutiert und Lea Mock ermutigte uns, gerade die Kontroverse solcher Angelegenheiten nicht beiseite zu schieben, sondern zu thematisieren, zu diskutieren und darüber zu schreiben. Bevor sie dann schon zu ihrem nächsten Termin aufbrach (wie sie sagte, ihr Alltag ist voller Überraschungen), gab sie uns auf Anfrage noch einen Rat mit auf den Weg: »Bleibt neugierig, mischt euch ein, hakt nach und kämpft darum, dass demokratische Strukturen bleiben.«

Vielen Dank, Frau Mock, wir geben uns Mühe!

 

Iris Riede

vorheriger Beitrag