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Nearly up to date II

Die Sommerferien sind vorbei, die erste Schülerratssitzung wurde gehalten und der Querdenker kehrt aus seiner Sommerpause zurück: Es ist Ruhe eingekehrt im Schulleben.

Zwar gibt es hier und da Lichtblicke (prominenten, in Rot gekleideten Besuch bei der Schulmerch-Modenschau) aber ansonsten hat der Alltag einmal mehr begonnen.

Ein entscheidendes Element bei der Gestaltung genau dieses Alltags ist die Schülerratsversammlung, bestehend aus den Klassen- und Kurssprechern.

Letztes Jahr beispielsweise initiierten sie die RHS-Party, die sich hoher Besucherzahlen erfreute, als erste nur von Schülern organisierte Schulfeier, hielten gemeinsam mit dem Förderverein einen Spendenlauf, dank dem wir neues Mobiliar kaufen konnten und – die wohl drastischste Veränderung – veranlassten, dass das neue Buffet-System Sodexos an unserer Schule eingeführt wurde.

In ihrer ersten Sitzung des Jahres wählten sie nun den Schülerratsvorsitz.

Dabei gewann Hugo Schwade mit einer 58 prozentigen Mehrheit gegen Lennard Wrigge (42%), der stellvertretender Schülersprecher wurde.

Beisitzer wurden unsere ehemalige Schülersprecherin Alina Köler und, mit Erfahrung vom letzten Jahr punktend, Daniel Herschuh.

Um zu erfahren welche Pläne unser neuer Schülersprecher also hat und wie er gedenkt, sein Amt auszufüllen, haben wir uns für ein Interview zusammengesetzt:

 

Was hat dich dazu motiviert, Schülersprecher zu werden?

Vor allem die Arbeit im Schülerratsvorstand letztes Jahr. Da habe ich gesehen, dass es sehr viel zu tun gibt und dass es jemanden braucht, der sich da vielleicht schon ein bisschen auf dem Gebiet auskennt und auch schon mal ein Jahr lang dort ein bisschen gearbeitet hat, ein bisschen Fachwissen angehäuft hat, schon Kontakte zu den Lehrern – beispielsweise Herr Apel – geknüpft hat.

Deswegen dachte ich mir, ich wäre geeignet für den Job, beziehungsweise habe die Erfahrung, und wollte dem Schülerrat halt einfach die Möglichkeit bereitstellen, mich in dieses Amt zu wählen.

 

Worin bestehen denn jetzt deine Hauptaufgaben als Schülersprecher?

Ich würde sagen eine der Hauptaufgaben des Schülersprechers ist die Präsentation der Schule und Schülerschaft – wie es ja auch im Schulgesetz steht – nach innen und außen.

Nach Innen wäre das einmal die Vertretung gegenüber der Lehrerschaft, wie Herr Apel und Frau Ambrosch, und natürlich auch gegenüber der Elternvertreter mit denen wir aber noch eher eine Zusammenarbeit anstreben, als mit Lehrervertretern.

Dann natürlich das Anführen der Schülerratsfraktion in der Schulkonferenz, die Planung, aber wirklich nur die Planung, der Schülerratssitzung, denn die Schülerratssitzung an sich soll ja von den Schülern ausgehen, das heißt den Klassensprechern. Die sollen ja Impulse senden, wir arbeiten ja nur nach ihrem Willen.

Und dann noch ganz wichtig, wie ich ja vorhin gesagt hab‘, die Vertretung nach Außen bei uns im Kreisschülerrat, in unserem Fall dem des Kreises Leipzig, wo wir schauen, dass die Interessen unserer Schule auch besprochen werden.

 

Was passiert dann im Kreisschülerrat?

Dort treffen sich alle Schülersprecher und stellvertretenden Schülersprecher, es ist ähnlich aufgebaut wie bei uns – also mit einem Vorsitz – und es werden alle zwei Jahre von den Mitgliedern die Landesdelegierten gewählt. Davon gibt es dann vier Stück, die treffen sich dann auf der Landesdelegiertenkonferenz mit den Landesdelegierten der anderen Kreisschülerräte.

[A/N: So geht es dann immer weiter die Verwaltungsebenen empor, bis zur sogenannten Bundesschülerkonferenz mit Sitz in Berlin. Die Landesdelegierten werden außerdem in die Landesschülerrat gewählt – nicht in die Landesdelegiertenkonferenz.]

Außerdem werden Schulübergreifende Probleme besprochen, da der Kreisschülerrat in Verbindung mit dem Landrat steht.

 

Strebst du an, eines dieser Ämter zu bekleiden?

Ich habe darüber nachgedacht für das Amt als Landesdelegierter zu kandidieren, bin mir aber noch nicht sicher, da ich mich erst einmal damit befassen möchte, wie viele Aufgaben jetzt als Schülersprechers auf mich zukommen; Da hat sich schon einiges blicken lassen.

Falls ich bemerke, dass es mit meiner Zeit vereinbar ist und das Schülersprecheramt nicht darunter leidet, werde ich aber dafür kandidieren.

 

Eben hast du ja Herr Apels Büro verlassen: Gibt es da schon Absprachen oder Neuigkeiten, die du mit uns teilen möchtest?

Absprachen gibt es mit der Schulleitung grundsätzlich nie, außer zu Schulkonferenzen.

[A/N: Zu einem späteren Zeitpunkt, der zugunsten der Artikellänge gekürzt wurde, erwähnt unser Schülersprecher noch, dass damit Hinterzimmerabsprachen gemeint seien, keine Übereinkommen mit der Schülerleitung.]

Wir haben bereits letzte Woche einen Termin ausgemacht in dem der Schülerratsvorstand sich mit Herr Apel zusammensetzt und bespricht, was für das kommende Schuljahr wichtig wäre.

Gerade eben ging es aber um den Schulclub [A/N: ,der zur Zeit Schimmelbefall hat]. Eigentlich wollten wir dem Stadtrat da etwas Druck machen, der bespricht das allerdings schon.

Herr Apel hat mir also das Kostenbudget genannt und dementsprechend werden wir jetzt noch einmal darüber reden, ob es sich lohnt da nochmal Druck zu machen oder ob wir damit nur ungewollt negativen Eindruck erzeugen.

 

Da wirkst du ja schon aktiv an unserer Schule mit. Was sind denn deine generellen Pläne für unsere Schule?

Ganz wichtig, was schon letztes Jahr angesprochen wurde, ist mir die Digitalisierung. Da gab‘s ja jetzt Geld vom Bund und da denke ich werden wir sehr intensiv, auch in der Schulkonferenz, darüber reden und streiten, wie wir das am besten einsetzen.

Wichtig ist mir dabei vor allem Wlan, damit die Ausstattung der Schule gut funktioniert. Die soll auch im technischen Bereich verbessert werden.

Dann natürlich, dass wir die RHS-Party wieder steigen lassen können.

Allgemein fallen dann im ganzen Jahr auch noch Dinge an, zu denen die Schülerschaft Stellung beziehen muss – da kann ich natürlich noch nicht sagen, was das sein wird.

 

Hast du schon einige konkrete Umsetzungsmöglichkeiten gefunden?

Grundsätzlich wird es uns schonmal ganz wichtig sein, dass wir Sitzmöglichkeiten an der Schule ausbauen.

Die Digitalisierung, wie gesagt, dass wir mit den Finanzmöglichkeiten ordentlich umgehen und nicht nur von Lehrern und Eltern bestimmen lassen, um was es gehen soll und dass wir grundlegende Verbesserungsmöglichkeiten finden.

Das heißt wir haben auch vor auf allen Etagen, also auch im Eingangsbereich, Bildschirme anzubringen, wo der Vertretungsplan angezeigt wird, auf denen dann Leute die sonst nicht oben Unterricht haben den Vertretungsplan sehen.

[A/N: Man verzeihe mir den Einwurf, aber sollte man nicht erwarten können, dass ein Schüler ein paar Treppenstufen geht, um sich über seine „Arbeit“ – denn nichts anderes ist das Schülersein für uns, immerhin haben wir keine anderen bindenden Verpflichtungen – zu informieren? Und schließlich gibt es ja auch den Vertretungsplan auf unserer Homepage. Ist dies wirklich eine sinnvolle Investition?]

Wir haben dieses neue ‚Fun-tastic‘-Konzept von Sodexo, mit dem Essen – da wollen wir natürlich auch nochmal die Logistik ein bisschen überarbeiten, damit es nicht so überfüllt ist.

Und auch sonst haben wir schon einige Notizen.

 

Gibt es Dinge, die du anders, vielleicht besser, machen willst, als deine Vorgängerin? Was möchtest du beibehalten?

Also ich möchte jetzt auf keinen Fall Alina kritisieren, sie war eine sehr gute Schülersprecherin, aber sie hat manche Sachen halt etwas anders gelöst, als ich das gemacht hätte.

Ich möchte zum Beispiel einen etwas aufreibenderen Kurs mit den Eltern und den Lehrern fahren. Das heißt auch mal ein bisschen bestimmter vorgehen und ein bisschen mehr kontrollieren, was Eltern und Lehrer gerade so machen. Ich glaube, die nehmen uns manchmal so nach dem Motto „Wir sind die netten Schüler und wenn keine Antwort kommt, dann ist das auch okay“ wahr. Ich nenne es jetzt einfach mal „gute Oppositionsarbeit“, was ich machen will.

Ein anderes Beispiel ist, dass Alina oft sehr schnell Entschlüsse gefasst hat. Etwa bei der letzten Schülerratssitzung: Da hatte eine Schülerin gefragt, ob wir denn nicht nochmal einen Spendenlauf machen können, um den Schulclub wieder auf Vordermann zu bringen.

Alina fand die Idee spitze und wollte das gleich festsetzen, aber ich würde zum Beispiel an der Idee bemängeln, dass am Ende der Stadtrat denkt, dass die schule für die so ein Dauersparprojekt wird und dass wir all unsere Projekte selbst finanzieren, indem wir mal schnell eine Runde laufen gehen, obwohl das eigentlich ihr Finanzierungsgebiet ist. Denen würde ich auch mehr Druck machen.

Da könnte man, auch wenn ich nichts vorwegnehmen will, mal über Demonstrationen reden, aber eben auch darüber sie mit Briefen und Papierkram zu überschütten.

 

Wo wir gerade bei Finanzen sind: Was hältst du von der Idee, die letztes Jahr aufkam, feuerfeste Kissen auf die Fensterbänke, die ohnehin schon in Sitzhöhe sind auszulegen, um so neue Sitzplätze zu schaffen?

Leider ist es vorgeschrieben, dass die Sitzkissen feuerfest sein müssen, was sie eben auch teurer macht, weil unsere Schule ein öffentlicher Ort ist, aber wenn es nötig ist, dort Sitzkissen hinzulegen, damit Schüler sich dort überhaupt hinsetzen dürfen und die Lehrer nicht rummeckern, dann ist das eben so und dann können wir das auch machen. Ansonsten würde ich aber eher sagen, man sollte das Geld, das man für Sitzkissen ausgeben würde lieber für richtige Bänke aus, wie wir sie vor dem Schulsozialarbeiterbüro stehen haben.

 

Gab es da nicht bereits ein Gutachten, das zu dem Schluss kam, es wäre nicht genügend Platz für weitere Bänke vorhanden?

Wenn ich jetzt an die Ecken unten im A-Trakt denke, in der Nähe der Treppen, oder auch in der Nähe des Speisesaals, dann lassen sich da bestimmt noch Bänke hinstellen. Da gibt es so viele Möglichkeiten. Ich bin mir sicher, da findet sich noch ein Platz.

 

Hast du abschließend noch ein paar Worte zu unserer Schule zu sagen?

Wir haben zur Zeit leider das Problem, dass wir im Vergleich zu vielen Schulen, vor allem Schulen in Leipzig, was Digitalisierung betrifft sehr weit hinten liegen: Da müssen wir besser werden.

Andererseits haben wir eine eher niedrige Ausfallquote, was ich zwar manchmal in gewisser Weise schade finde, aber es ist natürlich für unsere Bildung am Besten.

Generell sind wir eine sehr gute Schule, wir haben ein sehr gutes Abitur und eigentlich könnten wir auf unsere Schule sehr stolz sein. Ich würde mir wünschen, dass manche Schüler in manchen Klassen sich da noch mehr für unsere Schule engagieren würden, dass es etwas mehr Gemeinschaftsgefühl gäbe, aber ich bin stolz darauf, euer Schülersprecher zu sein.

Wir sollten allen zeigen „wir stehen füreinander ein“.

 

 

Ich hoffe, dieses Interview konnte euch ein besseres (und genaueres) Bild unseres Schülersprechers vermitteln.

Solltet ihr noch Fragen an ihn haben, so könnt ihr ihn jederzeit über die Email-Adresse schuelersprecher@rudolf-hildebrand-schule.de kontaktieren.

Wenn ihr Zeit habt könnt ihr außerdem unserem Instagramaccount querdenker.rhs folgen.

Bis zum nächsten Mal!

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